Frauenmagie ist für mich ein sehr wichtiges Thema. Um hier ein gutes Bild davon zu vermitteln, möchte ich keine nüchterne Definition abgeben. Vielmehr ist es mein Anliegen ein Gefühl zu vermitteln, worum es bei Frauenmagie geht. Lesen Sie daher die folgenden Zitate von Meisterinnen der Frauenmagie und lassen Sie die - durch die Worte und Ihre Intuition entstehenden - Bilder auf sich wirken.

„Kommt mit mir zum Tempel, schließt eure Augen und öffnet sie wieder. Seht, ohne eure Wahrnehmung durch irgendeine vorgefasste Meinung beschränken zu lassen. Ich zeige euch Bilder von Tempeln, Bilder der Göttinnen, die vor unserer Zeit von Menschen, die die Göttin verehrten, geschaffen wurden. Wir sind nicht die ersten und nicht die letzten. Und selbst wenn wir die ersten Frauen wären, die sich der Verehrung ihrer selbst und ihrer Kreativität in der Göttin zuwendeten – um so ehrenvoller für uns!“ 1)

„Magie ist die Kommunikation mit allem, der gemeinsame Tanz im Universum, die Sprache der Bewegung. ... Die ursprüngliche Macht der Frauen ist in allen Kulturen die Magie, die Fähigkeit zu kommunizieren, zu gestalten, Verantwortung dafür zu übernehmen, sich zu schützen und trickreich Zerstörung zu verhindern.“ 2)

„Die Bedeutung des Göttin-Symbols für die Frauen kann nicht genug betont werden. Das Bild der Göttin inspiriert uns Frauen, uns selbst als göttlich, unsere Körper als geweiht, die wechselnden Phasen unseres Lebens als heilig, unsere Aggression als gesund, unseren Zorn als reinigend und unsere Macht, zu stillen und zu gebären, aber notfalls auch zu begrenzen und zu zerstören, als die eigentliche Kraft zu betrachten, die alles Leben erhält. Durch die Göttin können wir unsere Stärke entdecken, unseren Geist erleuchten, unseren Körper uns zu eigen machen und unsere Gefühle annehmen. Wir können aus unseren engen, einengenden Rollen ausbrechen und wir selbst werden.“ 3)

„Die weibliche Spiritualität wurzelt im Heidentum, in dem weibliche Werte dominieren. Der Göttinnenkult, der Kern des Heidentums, war einst eine universale Erscheinung. Das Heidentum vertritt das Lustprinzip; es verkörpert Lebensfreude und Festlichkeit und feiert das Leben durch Tanz und den Liebesakt. Das Leben in Harmonie mit Mutter Natur lässt uns die All-Schöpferin entdecken und wiederfinden, die weibliche Kraft, ohne die nichts geboren werden oder glücklich sein kann.“ 1)

”When I shall have departed from this world,
Whenever ye have need of anything,
Once in the month, and when the moon is full,
Ye shall assemble in some desert place,
Or in a forest all together join
To adore the potent spirit of your queen,
My mother, great Diana …”

"Nachdem ich diese Welt verlassen habe,
wann immer Ihr etwas benötigt,
sollt Ihr Euch einmal im Monat versammeln,
wenn der Mond voll ist,
an einem einsamen Platz oder in einem Wald,
um den mächtigen Geist Eurer Königin anzubeten,
meine Mutter, die Große Diana ..." 4)


1) Zsuzsanna Budapest, Herrin der Dunkelheit, Königin des Lichts, 1987
2) Luisa Francia, Drei Wünsche. Von der Vision zur Magie als Handwerk,
    1999

3)
Starhawk, Der Hexenkult als Ur-Religion der Grossen Göttin, 1979
4) Charles G. Leland,
Aradia or The Gospel of the Witches, 1899

Venus von Willendorf

 

 

 

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