| Der
Schamanismus ist eine der ältesten religiös-magischen,
heilkundlichen und psychologischen Disziplinen. Ursprünglich
bezog sich der Begriff auf die Praktiken der tungusischen (sibirischen)
Schamanen. Heute wird er generell auf ähnliche Erscheinungen
weltweit ausgedehnt. Schamanen gab es zu allen Zeiten bei allen
Naturvölkern auf der ganzen Welt, wobei das verbindende Element
die Arbeit mit Trancezuständen und Geistern ist.
Grundlage
der schamanischen Kulturen ist das Denken, dass alles "beseelt"
ist. Anthropologisch gesehen wurde der Begriff „Schamane“
zu einem Sammelbegriff für Heiler, Medizinmann, Hexendoktor,
Zauberer, Magier und Seher.
Etwa seit den 1960ern existiert im Westen ein gesteigertes Interesse
am Schamanismus. Im Rahmen verschiedener esoterischer Strömungen
entstand in amerikanischen und europäischen Städten der
Neoschamanismus als Versuch, die schamanische Denk-
und Lebensweise in die moderne Welt zu übertragen (bekanntester
Vertreter: Carlos Castaneda).
Wesentliche Elemente des Schamanismus sind veränderte
Bewusstseinszustände (Trance bzw. Ekstase), die Seelenreise
und die Interaktion mit Geistwesen. Unter dem Einsatz verschiedenster
Mittel zum Erreichen von Trancezuständen (rhythmisches Trommeln,
Tanz, psychedelische Drogen) tritt der Schamane als Mittler zwischen
der geistig-seelischen und der realen Welt auf.
Einer der wichtigsten Aspekte dabei ist die Arbeit mit Krafttieren.
Diese Geistwesen in Tierform sind im Schamanismus die spirituellen
Wegbegleiter der Menschen. Eines der Krafttiere begleitet ihn sein
ganzes Leben lang, andere wechseln je nach Lebensabschnitt.
Krafttiere sind Wesen, welche uns in unseren Reisen ebenso wie unserem
alltäglichen Leben begleiten, beschützen, heilen und führen
können, wenn wir erlernen, ihre Kräfte und Lehren zu erkennen,
und diese für uns oder andere einzusetzen. In gewisser Hinsicht
kann man es so erklären, dass man sich die Charakterzüge
eines Tieres zu eigen macht, um auf diese Weise eine Lebenshürde
besser meistern zu können.
Nicht jeder Mensch oder auch Schamane kennt sein Krafttier direkt.
Um es kennen zu lernen kann eine schamanische Reise
unternommen werden. Oftmals zeigt sich das Krafttier jedoch im Traum,
oder besondere Begegnungen mit einer Tierart können darauf
hindeuten, dass dieses Tier das eigene Krafttier ist. |